Steuern als Auswanderer in Thailand: was du wissen musst (Überblick, keine Beratung)

🌴
ThailandTreff🌴 Team
12. Juli 2026

Steuern sind beim Auswandern das Thema, bei dem Halbwissen richtig teuer wird. Dieser Artikel gibt dir die Grundbegriffe und den aktuellen Rahmen, damit du die richtigen Fragen stellst – er ist ausdrücklich keine Steuerberatung. Für deine konkrete Situation brauchst du eine Fachperson mit Thailand-Erfahrung.

Der wichtigste Begriff: Steueransässigkeit Wer sich in einem Kalenderjahr 180 Tage oder mehr in Thailand aufhält, gilt dort als steuerlich ansässig. Entscheidend ist die tatsächliche Anwesenheit – welches Visum du hast, spielt dabei keine Rolle. Das ist der Dreh- und Angelpunkt: Ab hier wird Thailand steuerlich relevant für dich.

Was sich 2024 geändert hat – und warum es viele betrifft Früher galt: Auslandseinkommen war in Thailand nur steuerpflichtig, wenn es im selben Jahr ins Land überwiesen wurde. Wer wartete, zahlte nichts.

Seit dem 1. Januar 2024 gilt das nicht mehr. Auslandseinkünfte, die du als Steueransässiger nach Thailand überweist, können auch dann steuerpflichtig sein, wenn du sie in einem früheren Jahr erzielt hast. Der alte „einfach ein Jahr warten"-Trick funktioniert nicht mehr.

> Wichtig: Besteuert wird, was nach Thailand gebracht wird. Geld, das im Ausland bleibt, ist von dieser Regel nicht betroffen.

Die gute Nachricht für alle mit Erspartem: Einkünfte und Vermögen, die du vor dem 1. Januar 2024 erzielt hast, bleiben bei der Überweisung nach Thailand steuerfrei – das hat die Steuerbehörde ausdrücklich klargestellt (Anordnung Por. 162/2566). Wer also Erspartes aus früheren Jahren ins Land bringt, ist von der neuen Regel nicht betroffen. Entscheidend ist, dass du belegen kannst, dass das Geld aus der Zeit vor 2024 stammt – ein Kontoauszug mit dem Stand vom 31. Dezember 2023 ist dafür Gold wert.

Was alles als „nach Thailand gebracht" zählt: nicht nur die klassische Überweisung, sondern nach Lesart der Steuerbehörde auch Abhebungen am thailändischen Geldautomaten mit der ausländischen Karte und Kartenzahlungen in Thailand zulasten eines Auslandskontos.

Bewegung im Thema – Stand August 2026: Die Steuerbehörde hat eine Lockerung entworfen: Auslandseinkünfte sollen steuerfrei bleiben, wenn sie im Jahr des Erzielens oder im Folgejahr nach Thailand gebracht werden. Aber: Dieser Entwurf ist bis heute nicht Gesetz – er wurde nicht im Royal Gazette veröffentlicht, und Berichten zufolge liegt das Vorhaben wegen der politischen Lage vorerst auf Eis. Plane nicht mit einer Regel, die es noch nicht gibt. Wer heute überweist und auf die künftige Befreiung wettet, schuldet die Steuer nach geltendem Recht. Den Stand zum Zeitpunkt deiner Überweisung unbedingt fachlich prüfen lassen.

Renten – der Punkt, der Auswanderer am meisten betrifft Zwischen Deutschland und Thailand gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Es regelt, welches Land was besteuern darf, und soll doppelte Belastung verhindern. Grob und ohne Anspruch auf deinen Einzelfall:

  • Gesetzliche Rente: Nach verbreiteter Lesart des Abkommens (Artikel 18) liegt das Besteuerungsrecht beim Wohnsitzstaat – also bei Thailand, wenn du dort ansässig bist. Aber ehrlich gesagt: Diese Auslegung ist nicht unumstritten, und das Abkommen stammt aus dem Jahr 1967. Je nach Einzelfall und Finanzamt kann Deutschland faktisch zugreifen. Genau dieser Punkt gehört in fachliche Hände – verlass dich hier auf keine Pauschalaussage, auch nicht auf diese.
  • Beamtenpensionen: Werden nach DBA regelmäßig in Deutschland besteuert.
  • Andere Einkünfte (Kapitalerträge, Mieten, Betriebsrenten) folgen jeweils eigenen Regeln.

Welche deiner Einkünfte wie behandelt werden, gehört in eine individuelle Beratung – nicht in eine Faustregel aus dem Internet.

Die deutsche Seite nicht vergessen Auch der Wegzug aus Deutschland hat Folgen: Abmeldung, mögliche beschränkte Steuerpflicht auf deutsche Einkünfte, Meldepflichten. Kläre beide Seiten – wer nur die thailändische betrachtet, übersieht regelmäßig die Hälfte.

Sonderfall LTR-Visum Das Long-Term Resident Visa (LTR) bringt für bestimmte Gruppen eine Steuerbefreiung auf ausländische Einkünfte mit. Wenn du ohnehin über ein Langzeitvisum nachdenkst und höhere Auslandseinkünfte hast, lohnt es sich, das mitzuprüfen.

Was du praktisch tun solltest - Aufenthaltstage mitzählen. Die 180-Tage-Grenze entscheidet – führe eine simple Liste deiner Ein- und Ausreisen. - Überweisungen dokumentieren: Wann kam welches Geld aus welcher Quelle nach Thailand? - Vor größeren Transfers Rat einholen, nicht danach. - Steuernummer/Abgabepflicht klären, wenn du dauerhaft ansässig bist. Zur Orientierung: Eine Erklärungspflicht beginnt bereits bei geringen zu versteuernden Einkünften (ab 60.000 ฿ für Alleinstehende bzw. 120.000 ฿ für Verheiratete im Jahr) – ob am Ende Steuer anfällt, ist eine andere Frage, denn die Freibeträge sind gerade für Ältere beachtlich.

> 📋 Wie die Abgabe praktisch läuft – Steuernummer, Formular PND 90, Fristen und Freibeträge – steht Schritt für Schritt in unserem Ablauf-Artikel zur Steuererklärung.

Ehrlicher, dicker Hinweis Steuerrecht ändert sich, ist individuell und bei Fehlern teuer – und in Thailand ist gerade besonders viel in Bewegung. Nutze diesen Überblick nur als Landkarte und hol dir eine qualifizierte Steuerberatung mit Auswanderer-/Thailand-Erfahrung, bevor du Entscheidungen triffst.

---
Stand: August 2026. Angaben ohne Gewähr, keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Hast du gute Erfahrungen mit einem Steuerberater für Auswanderer gemacht (ohne Werbung, einfach ein Hinweis)? Oder eine Frage zum Thema? Die Community ist der richtige Ort dafür.

Mitglied werden, um zu reagieren
Als PDF
Fragen & Meinungen · 3

Stell dem Autor eine Frage oder teile deine Erfahrung – die Diskussion bleibt hier in der Community.

René 16. Juli 2026

Kennt jemand einen Thailändischen Steuerberater, der auch deutsch spricht? Ich muss mich beraten lassen. Selbstverständlich zahle ich dafür.

Max Müller16. Juli 2026

Hi Rene, schreib mir gerne mal, worum es geht und ich frag unseren Buchhalter gerne mal, ob er da weiterhelfen kann. Den gemeinen "Steuerberater" wie bei uns in Deutschland gibt es in Thailand nicht, das ist in der Regel auf Buchhalter (für betriebliche Sachen) und Rechtsanwälte (für private Sachen) aufgeteilt. Unser Buchhalter kennt sich aber auch bei den privaten Sachen gut aus.

🌴
ThailandTreff🌴16. Juli 2026

Frag mal Max @thaifreude , ich glaube, der ist ganz gut vernetzt. Ansonsten auch gerne mal im Feed posten, da wird es sicher von mehr Leuten gelesen, als hier im Bereich Wissen. Gib gerne mal eine Rückmeldung, wenn du Erfolg gehabt hast...

Mitglied werden um zu kommentieren